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Gegen unkontrollierte Härte und ungehemmte Pöbelei vereint siegreich in Leisnig

23.09.2017 17:00 SV Leisnig 90 I - LSV I (7:9) 19:22

"Auswärtskrieg - Auswärtssieg", "Auch an der Heimatfront gegen Leisnig erfolgreich - Den Gegner in Sachen Handball und Niveau um Längen geschlagen", "Eine Heimniederlage voller Tiefschläge (leider wörtlich zu nehmen!)"… so lauteten Schlagzeilen früherer Begegnungen mit Leisnig. Wirklich harmonisch liefen die Spiele also leider nie ab. Was uns jedoch an vergangenem Samstag erwarten sollte, würde alles Vorangegangene weit in den Schatten stellen. Nach dem tragischen Vorfall bei unserer Partie in der letzten Saison und der aufrichtigen Anteilnahme unsererseits gegenüber der betroffenen Familie und den Mitspielern von Leisnig, gab es durchaus Hoffnung, dass wir uns zukünftig, bei allem Wetteifer, zumindest mit Respekt und Fairness begegnen würden. Nach den Geschehnissen dieses Wochenendes kann deshalb unsere Enttäuschung kaum größer sein.

In einer sowohl in Temperatur als auch Lautstärke gut vorgeheizten Leisniger Halle begann das Spiel mit Ballbesitz der Gastgeber. Ihnen gelang auch der erste Treffer und weil wir vorne sehr unkonzentriert zu Werke gingen und damit einen Ballverlust nach dem anderen fabrizierten, konnte der Gegner noch zweimal nachlegen bevor wir das erste Mal zählbar einnetzen konnten. Alles deutete also auf ein Fortsetzen der spielerischen Misere aus unseren ersten drei Spielen hin. Doch etwas war anders heute. Keine Unruhe in den eigenen Reihen. Kein Frust über die begangenen Fehler. Stattdessen ging man unbeirrt weiter vorwärts, stabilisierte die Abwehr, gewann so mehr und mehr Bälle und schaffte den einen oder anderen Tempogegenstoß. Auch da passierten zwar immer noch Fehler, denn nicht jeder erbeutete Ball konnte in ein Tor umgemünzt werden. Aber durch die starke Abwehrleistung und zwei Torhütern, die hinten das Tor vernagelten, hatten wir einen riesen Rückhalt und damit die Zuversicht, weitere Angriffe des Gegners abwehren zu können. Und genau so war es auch. Aus dem anfänglichen 3:0 machten wir ein 4:7. Auch in den folgenden Minuten blieb die Abwehr stark und im Angriff setzen wir uns, trotz robuster Abwehrarbeit der Leisniger, immer wieder gut durch, nur dass die Trefferquote zum Ende der ersten Hälfte leider deutlich abnahm. Dennoch konnten wir eine verdiente Führung in die Pause mitnehmen. Halbzeitstand 7:9.

Mit guter Abwehr und starken Torhütern haben wir uns die Führung zur Halbzeit erarbeitet. Aber zwei Tore sind nicht viel, also müssten wir nun die Spannung weiter hochhalten und an die Leistung der vergangenen 30 Minuten anknüpfen. Und es sollte uns tatsächlich nichts geschenkt werden…

Wir starteten gleich mit einem 0:2, jedoch drehte das der Gegner sogleich wieder um. So blieb es lange bei unserem 2-Tore-Vorsprung. Zur Mitte der zweiten Halbzeit gelang es uns dann allmählich den Abstand zu vergrößern, bis maximal 5 Tore (14:19). Zeitgleich wuchs wohl auch der Unmut des Gegners, denn mit Fortschreiten des Spiels wurde die Gangart immer härter und der Ton rauer. Hätte es sich nur um die übliche (Stadt-)Auswärtshärte gehandelt, wäre es keiner Erwähnung wert gewesen. Aber womit wir uns in der zweiten Halbzeit konfrontiert sehen mussten, ging leider weit darüber und über die Grenzen des Ertragbaren hinaus. Schläge gegen Wurfarm, Stoßen von der Seite im Sprung, mit dementsprechend harter und unkontrollierter Landung und zünftige Clothes-Lines, wenn man in die Lücken der gegnerischen Abwehr stoßen wollte, um nur die Highlights zu nennen. Und was zeugt nicht mehr von Sachverstand und Sportsgeist als den liegengebliebenen Spieler lauthals und mit blutrotem Kopf als Simulant und Schauspieler zu betiteln, obwohl das Klatschen des Schlages gegen Arm oder Körper in der ganzen Halle nicht zu überhören war. Doch auch davon ließen wir uns nicht unterkriegen! Wir rappelten uns immer wieder auf, gingen mit unverminderter Kraft in den Angriff und erkämpften uns im wahrsten Sinne des Wortes Tor um Tor. Gleichsam ließen wir auch abwehrtechnisch keinen Deut nach, verschoben gut, nahmen die Angreifer früh an und vereitelten damit zahlreiche Offensivbemühungen des Gegners. Und falls doch mal was durchkam, hatten wir nach wie vor hochgradig motivierte Torhüter zwischen den Pfosten, die durch zahlreiche Paraden glänzen konnten. In den letzten Minuten der Partie gingen die Leisniger dann in eine offensive Deckung über und ruppten, zogen und stießen dabei an allem und alles, was nicht ihr Trikot trug. Tatsächlich führte das zu einigen Ballverlusten, so dass der Vorsprung auf 3 Zähler zurückging. Jedoch zog das ebenso, natürlich völlig skandalöse, Zeitstrafen auf Seiten der Gastgeber nach sich, was abermals einen Sturm von Pöbelattacken niederster Gangart auslöste. Das einzig fragliche an diesen Entscheidungen war aber oftmals nur, warum es lediglich eine Zeitstrafe und nicht glatt Rot war, aber gut … das ist offensichtlich Ansichtssache. So blieb es bis zum Schluss hitzig und hart umkämpft, aber vor allem siegreich für uns. Endstand 19:22.

Fazit
MEINE JUNGS SIND ZURÜCK!!! Was für eine wahnsinnig starke Leistung von allen Beteiligten!!! Einschließlich Pokal lief es vier Spiele lang alles andere als gut und auch nicht sonderlich harmonisch bei uns. Fehlende Spieler und mangelnde Konzentration bauten Frust auf, der zu Unruhe untereinander führte und damit alles noch verschlimmerte. Und dann fahren wir nach Leisnig, erneut unterbesetzt und fangen wieder unkonzentriert an und machen dann doch alles anders und vor allem richtig. Kein Frust, keine Resignation, stattdessen blieben wir ruhig und hielten den Kopf im Spiel und konnten so die Abwehr stetig stärken und die Fehler im Angriff ausmerzen. Und als sich dann die Leisniger auch noch von ihrer hässlichsten Seite zeigten, voller übertriebener Härte, ungezügelter Aggressivität und geradezu grotesker Niveaulosigkeit, brachen wir eben nicht daran, sondern zeigten die genau richtige Gegenreaktion. Es schweißte uns zusammen. Ob Spieler auf dem Feld oder auf der Bank, wir sprachen alle mit einer Stimme. Geschlossen stellten wir uns gegen die körperlichen und verbalen Attacken und die Körpersprache eines jeden ließ keinen Zweifel daran, dass keine dieser Tiefschläge auch nur einen Funken Wirkung zeigen und uns von unserem Ziel abbringen würde. Den Hasstiraden begegneten wir mit frenetischem Jubel jedes Tores, jeder gelungenen Abwehraktion oder jedes gehaltenen Balles. Aus jeder Pore spross bei uns der Wille, hier und heute zu siegen, komme was da wolle. Sau-stark und Hut ab dafür, Jungs!!! Aus der uns entgegneten Unfairness die Kraft und Motivation zu schöpfen, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff noch energischer zu Werke zu gehen, ist verdammt schwer, aber war genau die richtige Antwort. Denn die Punkte aus der Halle zu nehmen ist das einzig wirksame Mittel, das den Pöbel verstummen lässt und die Genugtuung verhindert, dass solche Unsportlichkeit auch noch zum Erfolg führt. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere Verstärkung aus der Zweeten. Ihr wart ein Teil dieser von mir beschriebenen Gemeinschaft und habt damit einen ebenso großen Anteil an diesem Erfolg!

Es kämpften und siegten
Schlenzi (Tw), Manuu (Tw), Heny (10), Christian (3+1), de Inge (3+1), Max (3), Lucas (1), Richard, Erik, Stefan, Goli, Dirk

I.K.